Follow us on twitter

You are here

Landesamt für Arbeitsbeschaffung

Für weitere Informationen kontaktieren Sie Ihren lokalen Arbeitsamt. Die Adressen sind im Telefonbuch oder auf der Website: www.lfa.be

Share

Sie sind entschädigter Arbeitsloser und möchten ein Studium, eine Aus- oder Weiterbildung oder ein Praktikum absolvieren?

Infoblatt

T58

Zuletzt aktualisiert am
15-07-2019

Wovon handelt dieses Infoblatt?

Arbeitslose Personen, die während ihrer Arbeitslosigkeit ein Studium, eine Aus- oder Weiterbildung oder ein Praktikum absolvieren und gleichzeitig Ihre Arbeitslosenunterstützung behalten möchte, müssen freigestellt, d.h. von bestimmten Pflichten befreit, werden.

In vorliegendem Infoblatt wird erklärt:

  • wo Sie die Freistellung erhalten können;
  • welches die Konsequenzen der Freistellung auf Ihre Pflichten als arbeitslose Person sind;
  • welches die möglichen Konsequenzen der Freistellung auf Ihren Leistungsbetrag sind;
  • was Sie nach Abschluss des Studiums, der Aus- oder Weiterbildung oder des Praktikums unternehmen müssen.

Um welche Studiengänge, Aus- oder Weiterbildungen oder Praktika handelt es sich?

Es wird unterschieden, zwischen:

  • der Berufsausbildung: einer Ausbildung, die in einem Vertrag zwischen Ihnen und dem zuständigen Berufsausbildungsdienst (Arbeitsamt der DG, Bruxelles Formation, Forem oder VDAB) vereinbart wird;
  • dem Vollzeitstudium: einem Studium, das von einer Gemeinschaft organisiert, subventioniert oder anerkannt wird und im Sekundarunterrichtswesen oder im Hochschulwesen (an einer Hochschule oder Universität) absolviert wird;
  • der Aus- oder Weiterbildung zu einem selbständigen Beruf: den Aus- oder Weiterbildungen, die vom IAWM, vonSYNTRA, vomIFAPME, oder vom EFP-SFPME organisiert werden und darauf abzielen, angehende Betriebsleiter von kleinen oder mittleren Unternehmen in Ihre Funktion einzuweisen, Existenzgründer auf Ihren selbständigen Beruf vorzubereiten, oder qualifizierte Mitarbeiter von KMUs fortzubilden;
  • der dualen Ausbildung in Belgien: der Ausbildung im Sinne der Vorschriften, die in Sachen Lehrvertrag oder "contrat d'alternance" (= Dualausbildungsvertrag in der Französischen Gemeinschaft) gelten;
  • der Vorbereitung auf eine selbständige Tätigkeit im Rahmen eines Vertrages mit einer Aktivitätsgenossenschaft;
  • allen anderweitigen Studiengängen, Aus- oder Weiterbildungen oder Praktika.

Wo können Sie die Freistellung erhalten?

Im Zuge der sechsten Staatsreform wurde die Befugnis zur Erteilung der Freistellungen für das Absolvieren eines Studiums, einer Aus- oder Weiterbildung oder eines Praktikums vom LfA an die Flämische Region, die Wallonische Region, die Region Brüssel-Hauptstadt und die Deutschsprachige Gemeinschaft übertragen.

Sie müssen sich also an eine der hiernach aufgelisteten Dienststellen wenden. Maßgebend ist die Gemeinde Ihres Wohnsitzes.

Sie wohnen in

Wenn Sie Informationen über die Bedingungen
der Freistellung und das Antragsverfahren benötigen,
wenden Sie sich bitte an:

Wenn Sie Informationen über die Folgen
der Freistellung benötigen (Leistungsbetrag, Kontrollkarte),
wenden Sie sich bitte an:

Wallonien

  • Ihre Zahlstelle
  • Das FOREM

Ihre Zahlstelle

Brüssel

  • Ihre Zahlstelle
  • ACTIRIS

Ihre Zahlstelle

einer Gemeinde der Deutschsprachigen Gemeinschaft

  • Ihre Zahlstelle
  • Das Arbeitsamt der DG

Ihre Zahlstelle

Flandern

  • Ihre Zahlstelle
  • Den VDAB

Ihre Zahlstelle

Von welchen Pflichten sind Sie während der Freistellung befreit?

Wenn Sie eine Freistellung erhalten haben, um ein Studium, eine Ausbildung oder ein Praktikum zu absolvieren, sind Sie von bestimmten Pflichten als arbeitsuchende Person befreit. Von welchen Pflichten Sie befreit sind, hängt davon ab, wo Sie wohnen.

  • Wenn Sie in Wallonien wohnen,
    • müssen Sie nicht mehr als arbeitsuchend eingetragen bleiben;
    • dürfen Sie angebotene Arbeitsstellen verweigern;
    • müssen Sie sich nicht eigenverantwortlich um Arbeit bemühen.
  • Wenn Sie in in Brüssel oder in Flandern wohnen oder in einer Gemeinde der Deutschsprachigen Gemeinschaft,
    • müssen Sie als arbeitsuchend eingetragen bleiben;
    • gelten für Sie Sonderregeln in Sachen Verfügbarkeit am Arbeitsmarkt,
    • dürfen Sie angebotene Arbeitsstellen verweigern;
    • müssen Sie sich nicht eigenverantwortlich um Arbeit bemühen. 

Welches sind die finanziellen Folgen der Freistellung?

Während des Studiums, der Aus- oder Weiterbildung oder des Praktikums, wofür Ihnen eine Freistellung erteilt wurde, beziehen Sie weiter Ihre Arbeitslosenunterstützung.

Wie ändert sich der Leistungsbetrag im Zeitablauf, wenn Sie freigestellt sind?

  • Wenn Sie eine Freistellung erhalten haben, um eine vollzeitige Berufsausbildung zu absolvieren:
    • wird der Leistungsbetrag "fixiert", was bedeutet, dass er im Zeitablauf nicht weiter stufenweise absinken wird (die Degressivität wird gestoppt), dies jedoch vorausgesetzt, dass die Berufsausbildung mindestens 4 Wochen gedauert hat.
  •  Wenn Sie die Freistellung erhalten haben, um: 
    • ein Vollzeitstudium zu absolvieren, das auf einen Mangelberuf vorbereitet,
    • eine Aus- oder Weiterbildung zu einem selbständigen Beruf zu absolvieren,
    • sich mithilfe einer Aktivitätsgenossenschaft auf eine selbständige Tätigkeit vorzubereiten,

ändert sich Ihr Leistungsbetrag folgendermaßen im Zeitablauf:

    • wenn Sie sich in der ersten Leistungsbezugsperiode befinden, sinkt der Leistungsbetrag weiter stufenweise ab, bis Sie die zweite Leistungsbezugsperiode erreichen. Von diesem Zeitpunkt an wird der Leitungsbetrag "fixiert",
    • wenn Sie sich in der zweiten Leistungsbezugsperiode befinden, wird der Leistungsbetrag sofort "fixiert".

Dieser Vorteil wird Ihnen automatisch bewilligt.

Wenn Sie bestehen und Ihre Arbeitslosenunterstützung weiter beziehen, werden Sie diesen vorteilhafteren Betrag sechs Monate ab dem Ende Ihrer Freistellung behalten können. Dies nennt man den sechsmonatigen Bonus.

Dieser sechsmonatige Bonus wird aber nur auf Antrag bewilligt. Um ihn zu erhalten, müssen Sie bei Ihrer Zahlstelle ein Formular C114-Bonus einreichen.

  • Wenn Sie eine Freistellung erhalten haben, um eine andere Aus- oder Weiterbildung zu absolvieren, hat diese Freistellung keinen Einfluss auf die Änderung Ihres Leistungsbetrages im Zeitablauf.

Sie die Bezüge, die Ihnen während des Studiums, der Aus- oder Weiterbildung oder des Praktikums gezahlt werden, mit der Arbeitslosenunterstützung vereinbar? 

Bezüge, die Sie im Rahmen oder im Anschluss an eine Ausbildung, eine Lehre oder ein Praktikum erhalten, müssen bei Ihrer Zahlstelle gemeldet werden.

Diese Bezüge sind mit dem Bezug der Arbeitslosenunterstützung vereinbar, vorausgesetzt, dass Sie von der regionalen bzw. gemeinschaftlichen Arbeitsverwaltung eine Freistellung erhalten haben. Der gleichzeitige Bezug wird dann bis zum einem Grenzbetrag zugelassen.

Der Tagesbetrag Ihrer Arbeitslosenunterstützung wird um den Teil der täglichen Ausbildungsvergütung vermindert, der den Grenzbetrag übersteigt. Dieser Grenzbetrag beläuft sich auf 30,65 Euro, wenn Sie eine Ausbildung zu einem Mangelberuf absolvieren, und 14,25 Euro andernfalls. Mit anderen Worten bleiben täglich 30,65 Euro oder 14,25 Euro anrechnungsfrei. (indexierter Betrag).

Der Tagesbetrag Ihrer Ausbildungsvergütung ermitteln Sie durch Dividieren der monatlichen Vergütung durch 26.

Beispiel: Sie erhalten eine monatliche Ausbildungsvergütung von 650 Euro, was 25 Euro pro Tag ausmacht.

Ihre Arbeitslosenunterstützung (als alleinstehende Person) beträgt 50,03 Euro pro Tag.

Wenn Ihre Ausbildung Sie auf einen Mangelberuf vorbereitet, wird Ihre Arbeitslosenunterstützung nicht verringert.

Wenn Ihre Ausbildung Sie nicht auf einen Mangelberuf vorbereitet, beträgt Ihre verringerte Arbeitslosenunterstützung: 50,03 - (25 – 14,25) = 39,28 Euro.

Bestimmte finanzielle Vorteile sind mit dem Bezug der Arbeitslosenunterstützung vereinbar und brauchen also nicht gemeldet zu werden, vorausgesetzt, dass Sie vorab eine Freistellung von der regionalen bzw. gemeinschaftlichen Arbeitsverwaltung erhalten haben.

Diese vereinbaren finanziellen Vorteile sind im Besonderen:

  • die Ausbildungsprämie, die der Arbeitgeber oder die regionale bzw. gemeinschaftliche Arbeitsverwaltung im Rahmen einer individuellen Berufsausbildung in einem Unternehmen bezahlt – allerdings nur dann, wenn im Ausbildungsvertrag eine Pflicht zur Nachbeschäftigung, deren Dauer zumindest der Dauer der Ausbildung entspricht, vorgesehen ist;
  • die pauschale Vergütung oder Stundenvergütung, die die regionale bzw. gemeinschaftliche Arbeitsverwaltung im Rahmen eines Berufsausbildungsvertrages bezahlt;
  • die Ausbildungsprämie, die der Arbeitgeber im Rahmen eines FIRST-Praktikums bezahlt (dies betrifft nur die Region Brüssel-Hauptstadt);
  • die Prämie, die die Flämische Region im Rahmen eines "werkervaringsstages" bezahlt;

die nichtwiederkehrende Prämie, die die regionale bzw. gemeinschaftliche Arbeitsverwaltung als Förderung nach dem Bestehen einer Ausbildung zu einem Mangelberuf bezahlt.

Benutzung Ihrer Kontrollkarte

Auch wenn Sie ein Studium, eine Aus- oder Weiterbildung oder ein Praktikum mit einer Freistellung absolvieren, müssen Sie immer im Besitz einer Kontrollkarte sein.

Sie können eine papierne Kontrollkarte führen (papierne Kontrollkarten sind bei Ihrer Zahlstelle erhältlich):

  • Wenn Sie in Brüssel oder in Flandern wohnen oder in einer Gemeinde der Deutschsprachigen Gemeinschaft, handelt es sich dabei um die gewöhnliche Kontrollkarte C3A.
  • Wenn Sie in Wallonien:
    • und Sie eine Berufsausbildung absolvieren, verwenden Sie die gewöhnliche Kontrollkarte C3A;
    • und eine anderweitige Aus-oder Weiterbildung, ein Praktikum oder ein Studium absolvieren, verwenden Sie die Kontrollkarte C3C.

Sie haben aber auch die Möglichkeit, eine elektronische Kontrollkarte zu führen. Die elektronische Kontrollkarte finden Sie auf dem Portal der Sozialen Sicherheit (www.socialsecurity), zu dem Sie auch über die Websites der Zahlstellen gelangen.

Es ist äußerst wichtig, dass Sie die Anweisungen, die auf der Kontrollkarte stehen, aufmerksam durchlesen. So müssen Sie unter anderem das Kästchen Ihrer Kontrollkarte schwärzen, wenn Sie außerhalb des Rahmens des Studiums, der Aus- oder Weiterbildung oder des Praktikums, wofür Sie freigestellt wurden, Arbeitsleistungen erbringen, auch wenn Sie an einem Samstag, Sonntag oder gesetzlichen Feiertag arbeiten. Sie müssen auch alle Krankheitstage eintragen. Wenn Sie diese Pflichten nicht beachten, drohen Ihnen schwere Sanktionen. 

Am Ende des Monats reichen Sie Ihre papierne Kontrollkarte bei Ihrer Zahlstelle ein. Wenn Sie eine elektronische Kontrollkarte verwenden, müssen Sie die Angaben am Ende des Monats bestätigen.

Die Anwesenheitsbescheinigung

  • Wenn Sie in Brüssel oder in Flandern wohnen oder in einer Gemeinde der Deutschsprachigen Gemeinschaft, erübrigt sich diese Formalität.
  • Wenn Sie in Wallonien wohnen und freigestellt sind, um:
    • ein Vollzeitstudium zu absolvieren, ist keine Anwesenheitsbescheinigung erforderlich;
    • ein sonstiges Studium, eine Aus- oder Weiterbildung oder ein Praktikum zu absolvieren, müssen Sie am Ende des Monats, zur gleichen Zeit, wie Ihre Kontrollkarte, bei Ihrer Zahlstelle eine Anwesenheitsbescheinigung einreichen. Diese Bescheinigung wird Ihnen entweder vom zuständigen Berufsausbildungsdienst oder vom Unternehmen bzw. von der Bildungseinrichtung, wo Sie das Studium, die Aus- oder Weiterbildung oder das Praktikum absolvieren, ausgestellt.

Was müssen Sie am Ende der Freistellung machen?

  • Wenn Sie in Brüssel oder in Flandern oder in einer Gemeinde der Deutschsprachigen Gemeinschaft wohnen, brauchen Sie sich am Ende der Freistellung nicht wieder als arbeitsuchend eintragen zu lassen, es sei denn, auf diese Ausbildung folgt ein Zeitraum von mindestens 28 Tagen, der nicht von der Arbeitslosenversicherung entschädigt wird.

    Wenn Sie eine Berufsausbildung absolviert haben, erhalten Sie am Ende der Ausbildung ein Formular C91. Sie müssen mit diesem Formular auf Ihrer Zahlstelle vorsprechen.

  • Wenn Sie in Wallonien:
    • und Sie eine Berufsausbildung absolviert haben, erhalten Sie am Ende der Ausbildung ein Formular C91. Sie müssen mit diesem Formular auf Ihrer Zahlstelle vorsprechen. Sie brauchen sich nicht wieder als arbeitsuchend eintragen zu lassen;
    • und eine sonstige Aus- oder Weiterbildung, ein Praktikum oder ein Studium absolviert haben, müssen Sie sich daran anschließend wieder bei der zuständigen regionalen bzw. gemeinschaftlichen Arbeitsverwaltung als arbeitsuchend eintragen lassen.

      Wenn Sie eine papierne Kontrollkarte C3C benutzt haben, sprechen Sie bitte auf Ihrer Zahlstelle vor, die Ihnen eine andere Kontrollkarte abgeben wird.

  • Wenn Sie gemeldet haben, dass Sie im Rahmen eines Studiums, einer Aus- oder Weiterbildung oder eines Praktikums eine Vergütung beziehen, sprechen Sie bei Ihrer Zahlstelle vor.

Welches sind die Konsequenzen, wenn Sie ein Studium, eine Aus-oder Weiterbildung oder ein Praktikum absolvieren, ohne dafür eine Freistellung erhalten zu haben?

  • Wenn Sie die hiernach aufgelisteten Studiengänge, Aus-oder Weiterbildungen oder Praktika absolvieren, ohne dafür freigestellt worden zu sein, verlieren Sie Ihren Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung:
    • ein Vollzeitstudium;
    • eine Aus- oder Weiterbildung zu einem selbständigen Beruf;
    • eine duale Ausbildung oder eine Lehre;
    • eine Vorbereitung auf eine selbständige Tätigkeit im Rahmen eines Vertrages mit einer Aktivitätsgenossenschaft.
  • Wenn Sie eine anderweitige Aus- oder Weiterbildung oder ein anderweitiges Studium oder Praktikum absolvieren, behalten Sie zwar Ihre Arbeitslosenunterstützung aber sind Sie von keiner Ihrer Pflichten als arbeitslose Person befreit:
    • Sie müssen als arbeitsuchend eingetragen sein und bleiben;
    • Sie müssen am Arbeitsmarkt verfügbar sein;
    • Sie müssen eigenverantwortlich Arbeit suchen;
    • Sie dürfen keine angebotene Arbeitsstelle ablehnen. 
  • Wenn Sie im Rahmen einer Aus- oder Weiterbildung oder eines Praktikums finanzielle Bezüge erhalten, ohne eine Freistellung oder Genehmigung der regionalen bzw. gemeinschaftlichen Instanz (Arbeitsamt der DG, Actiris, Bruxelles Formation, Forem oder VDAB) erhalten zu haben, verlieren Sie Ihren Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung.
Top