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Landesamt für Arbeitsbeschaffung

Für weitere Informationen kontaktieren Sie Ihren lokalen Arbeitsamt. Die Adressen sind im Telefonbuch oder auf der Website: www.lfa.be

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Zeitweilige Arbeitslosigkeit – COVID -19 (Coronavirus) vom 13.03.2020 bis zum 31.08.2020, vom 01.09.2020 bis zum 30.09.2020 und vom 01.10.2020 bis zum 31.03.2021

Infoblatt

E1

Zuletzt aktualisiert am
16-11-2020

1. Warum dieses Infoblatt?

Dieses Infoblatt soll Sie über die zu erfüllenden Bedingungen informieren und Ihnen die vereinfachten Formalitäten erklären, die Sie erledigen müssen, um zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen der Verbreitung des Covid-19 – Coronavirus einzuführen.

Wenn Sie aufgrund des Coronavirus nicht mehr in der Lage sind, Ihr Personal weiter zu beschäftigen, dürfen Sie es in die zeitweilige Arbeitslosigkeit versetzen. Dafür müssen Sie bestimmte Formalitäten erledigen.  Diese Formalitäten können auch von Ihrem Sozialsekretariat als Bevollmächtigter erledigt werden.

Für diesen Zeitraum können die Arbeitnehmer grundsätzlich vom LfA Arbeitslosengeld bei zeitweiliger Arbeitslosigkeit erhalten.

2. Welche Art von zeitweiliger Arbeitslosigkeit?

Je nach der Situation, in der Ihr Unternehmen sich befindet, müssen zu einer von zwei möglichen Arten von zeitweiliger Arbeitslosigkeit greifen.

  • die zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt;
  • die zeitweilige Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen.

Dies Formalitäten sind je nach der ausgewählten Form von zeitweiliger Arbeitslosigkeit verschieden.

3. Zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt

3.1 Was ist unter "höhere Gewalt" zu verstehen?

Höhere Gewalt setzt ein plötzliches, unvorhersehbares und vom Willen der Beteiligten unabhängiges Ereignis voraus, das die Erfüllung des Arbeitsvertrages vorübergehend und vollkommen unmöglich macht.

Vom 13.03.2020 und bis zum 31.08.2020 wurde eine flexiblere Anwendung des Begriffs "höhere Gewalt" zugelassen und wurden alle Situationen zeitweiliger Arbeitslosigkeit, die mit dem Coronavirus verbunden sind, als zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt angesehen, und zwar auch dann, wenn an bestimmten Tagen noch gearbeitet werden konnte.

Diese flexible Anwendung endete zum 31.08.2020, außer für sogenannte besonders hart getroffene Sektoren und Unternehmen, welche den Vorteil der flexiblen Anwendung noch bis zum 31.12.2020 weiter genießen konnten (Siehe das Infoblatt E2 "Zeitweilige Arbeitslosigkeit - COVID 19 ÜBERGANGSMAẞNAHMEN).

Vor dem Hintergrund der Entwicklung der Pandemie und der neuen Maßnahmen, die vom Konzertierungsausschuss verabschiedet wurden, hat der Minister für Beschäftigung beschlossen, das vereinfachte Verfahren bei zeitweiliger Arbeitslosigkeit für sämtliche Arbeitgeber und Arbeitnehmer (Arbeiter und Angestellte) für die Zeit vom 01.10.2020 bis zum 31.03.2021 einschließlich wieder einzuführen.

Beispiele:

  • Belgische Unternehmen, die von den Konsequenzen des Coronavirus betroffen sind - zum Beispiel, weil sie auf Zulieferer angewiesen sind -, wenn es aufgrund des Stillstandes der Produktion nicht mehr möglich ist, das Personal zu beschäftigen;
  • Arbeitnehmer von HORECA-Betrieben (Restaurants, Cafés, Ausschänke), Kinos, Konzertsälen, nicht lebenswichtigen Geschäften und Läden, die infolge der von den Behörden auferlegten Gesundheitsmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ihre Aktivitäten vorübergehend stillgelegt oder reduziert haben (Lockdown);
  • Unternehmen, welche (teilweise) schließen, weil sie für alle ihre/manche ihrer Arbeitnehmer keine telearbeitsfähigen Tätigkeiten haben, und sie die Maßnahmen der sozialen Distanzierung, sowohl während der Ausführung der Arbeit als auch während der vom Arbeitgeber organisierten Fahrten, nicht einhalten können .
  • Arbeitnehmer, die im Rahmen von Freizeitaktivitäten, kulturellen Aktivitäten oder sportlichen Aktivitäten, die von den Behörden abgesagt oder von den Veranstaltern verschoben wurden, beschäftigt sind;

Weitere Beispiele finden Sie in der FAQ Zeitweilige Arbeitslosigkeit Corona

Bemerkungen:

  • Für diese vereinfachte Form von höherer Gewalt muss der Betrieb nicht unbedingt vollkommen geschlossen sein. Konkret bedeutet dies, dass es möglich ist, bestimmte Arbeitnehmer in die zeitweilige Arbeitslosigkeit zu versetzen und andere weiterzubeschäftigen. Es können auch Arbeitslosigkeitstage mit Arbeitstagen abwechseln.
  • Achtung: Die zeitweilige Arbeitslosigkeit kann nur für ganze Tage beantragt werden. Es ist also beispielsweise nicht möglich, einen Arbeitnehmer nur am Vormittag oder nur am Nachmittag in die zeitweilige Arbeitslosigkeit zu versetzen. 

Besondere Form von zeitweiliger Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt.

In bestimmten Situation kann der Grund, warum die Arbeit nicht ausgeübt werden kann, bei dem Arbeitnehmer liegen:

Zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen Quarantäne:

Diese Situation ist gegeben, wenn der/die Arbeitnehmer(in) in Quarantäne muss, weil

  • er/sie mit einer Person in Kontakt getreten ist, die sich angesteckt hat,
  • er/sie ein(e) Risikopatient(in) ist,
  • er/sie ins Ausland verreist ist (vorausgesetzt, dass die Reise zum Zeitpunkt der Abreise nicht streng abgeraten oder verboten war und das Bestimmungsland sich zum Zeitpunkt der Abreise nicht in einer roten Zone befand).

Achtung: Der/die Arbeitnehmer(in) muss im Besitz einer Quarantänebescheinigung sein, die er/sie seinem Arbeitgeber vorlegen muss. Der Arbeitgeber muss die Quarantänebescheinigung, die der Arbeitnehmer ihm abgegeben hat, dem LfA zur Verfügung halten. Das LfA könnte den Arbeitgeber nämlich später darum bitten, sie zum Zwecke einer Kontrolle nachzureichen.

* Für den Zeitraum vom 21.10.2020 bis zum 30.10.2020 kann es sich ebenfalls um die SMS-Nachricht der Zentrale für Kontakt-Tracing handeln.

Es kann Arbeitslosengeld bewilligt werden, wenn der Arbeitnehmer arbeitsfähig ist und Telearbeit für ihn unmöglich ist. Darüber hinaus muss der Arbeitnehmer die üblichen Leistungsbezugsbedingungen erfüllen, damit das Arbeitslosengeld ihm ausgezahlt werden kann.

Zeitweilige Arbeitslosigkeit für die Betreuung eines Kindes wegen der Schließung der Kinderkrippe, der Schule, der Tagesstätte für Personen mit Beeinträchtigung oder wegen der Unterbrechung der Dienstleistung für Personen mit Beeinträchtigung

Diese Situation ist gegeben, wenn der/die Arbeitnehmer Urlaub nehmen muss, weil er/sie die Betreuung wahrnehmen muss  

  • eines minderjährigen Kindes, mit dem er/sie zusammenwohnt, und das nicht zur Kinderkrippe oder zur Schule gehen kann;
  • eines egal wie alten Kindes zu seinen/ihren Lasten mit Beeinträchtigung, das nicht zur Tagesstätte für Personen mit Beeinträchtigung gehen kann;
  • eines egal wie alten Kindes zu seinen/ihren Lasten mit Beeinträchtigung, das die von den Gemeinschaften organisierte oder anerkannte stationäre oder häusliche Dienstleistung oder Behandlung nicht in Anspruch nehmen kann;

weil diese Kinderkrippe, diese Schule oder diese Tagesstätte ganz oder teilweise geschlossen ist, oder weil diese Dienstleistung oder Behandlung vorübergehend unterbrochen ist, und zwar infolge einer Maßnahme zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus.

Mit dem Zusammenwohnen mit einem minderjährigen Kind ist auch das geteilte Sorgerecht gemeint.

Hinweis: Die Entscheidung einer Gemeinschaft, die Herbstferien zu verlängern oder vorzuverlängern, wird ebenfalls als eine Schließung der Schule aufgrund einer Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus angesehen.

(*) Dies gilt beispielsweise für die landesweite Schließung der Schulen am 9., 10., 12. und 13. November 2020 und für die teilweise Schließung der Schulen (in Form von Fernunterricht).

Diese zeitweilige Arbeitslosigkeit für die Betreuung eines Kindes kann für den Zeitraum vom 1. Oktober 2020 bis zum 31. Dezember 2020 beantragt werden.

Achtung: Der/die Arbeitnehmer(in) muss eine Bescheinigung Schließung Corona von dem Verantwortlichen der Kinderkrippe, der Schule, der Tagesstätte oder der Dienstleitung unterzeichnen lassen und die ausgefüllte Bescheinigung seinem/ihrem Arbeitgeber vorlegen. Der Arbeitgeber muss die Bescheinigung Schließung Corona, die der Arbeitnehmer ihm abgegeben hat, dem LfA zur Verfügung halten. Das LfA könnte den Arbeitgeber nämlich später darum bitten, sie zum Zwecke einer Kontrolle nachzureichen.

Der Arbeitgeber darf die zeitweilige Arbeitslosigkeit, die auf der Grundlage der vorgenannten Bescheinigung beantragt wird, nicht verweigern.

Hinweis:Wenn es sich um eine vollkommene oder teilweise Schließung handelt, die im Zuge einer allgemeinen Ordnungsmaßnahme einer Gemeinschaft getroffen wurde, muss die Schule die Bescheinigung nur dann dem Arbeitnehmer ausstellen, wenn der Arbeitnehmer die Schule ausdrücklich darum bittet (weil sein Arbeitgeber die Bescheinigung von ihm verlangt).

Darüber hinaus muss der Arbeitnehmer die üblichen Leistungsbezugsbedingungen erfüllen, damit das Arbeitslosengeld ihm ausgezahlt werden kann. Es ist hier nicht erforderlich, dass der Arbeitnehmer unmöglich telearbeiten kann. 

3.2 Welche Arbeitnehmer dürfen Sie in die zeitweilige Arbeitslosigkeit versetzen?

Die zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt kann eingeführt werden, für:

  • Arbeiter und Angestellte (des Privatsektor, des öffentlichen Sektors, des nichtkommerziellen Sektors);
  • Zeitarbeitskräfte  während der ganzen Dauer ihres (eventuell verlängerten) Zeitarbeitsvertrages;
  • Arbeitnehmer, die im Rahmen einer Veranstaltung eingestellt wurden, welche aber später auf Beschluss des Nationalen Sicherheitsrates abgesagt wurde (Näheres erfahren Sie in der FAQ zeitweilige Arbeitslosigkeit - Corona);
  • das in den Schulen beschäftigte Personal mit Arbeitsvertrag;
  • Lehrlinge unter mittelständischem Lehrvertrag in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, unter "contrat d'alternance" in der Französischen Gemeinschaft und unter "overeenkomst van alternerende opleiding" in der Flämischen Gemeinschaft.

3.3 Welche Beschäftigte können nicht in die zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt versetzt werden?

Die zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt kann nicht eingeführt werden, für:

  • ernannte Beamte des öffentlichen Sektors;
  • Schüler und Studenten;
  • Praktikanten (in individueller Berufsausbildung oder unter Berufsanpassungsvertrag).

Hauptberuflich Selbständige haben keinen Anspruch auf zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt, auch nicht im Falle einer vorübergehenden Unterbrechung ihrer Tätigkeit. Das gleiche gilt für Freiberufler (Rechtsanwälte, Architekten, Notare usw.).

3.4 Welche Formalitäten müssen Sie erledigen, wenn Sie Arbeitnehmer in die zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt versetzen?

Situation vom 13.03.2020 bis zum 31.08.2020 und vom 01.10.2020 bis zum 31.03.2021:

  • Sie brauchen nur eine MSR Szenario 5 einzureichen. Bei der MSR Szenario 5 handelt es sich um die elektronische Meldung eines Sozialrisikos, anhand welcher Sie die Anzahl Tage zeitweiliger Arbeitslosigkeit des Arbeitnehmers mitteilen.
    Diese MSR 5 müssen Sie jeden Monat vornehmen, während dessen es zeitweilige Arbeitslosigkeit gegeben hat. Sie brauchen hierfür nicht bis zum Ende des Monats zu warten.  Vielmehr können Sie diese Formalität im Laufe des Monats erledigen, und zwar sobald alle Angaben für die Zeit bis zum Ende des Monats Ihnen bekannt sind.
    Sie wählen als Art der zeitweiligen Arbeitslosigkeit "höhere Gewalt" aus und tragen als Grund der höheren Gewalt "Coronavirus" ein. Sie geben den Code 5.4 als "Art des Tages" an. Dies kommt einer obligatorischen Mitteilung gleich (siehe den folgenden Punkt).
    Diese Meldung ersetzt ebenfalls die MSR Szenario 2, wenn der Arbeitnehmer einen Arbeitslosengeldantrag stellen muss.

    Ausführliche Erklärungen zur MSR 5 finden Sie unter dem Punkt 3.5. Diese Meldung kann auch Ihr Sozialsekretariat für Sie erledigen.

    Wenn Sie Zeitarbeitskräfte beschäftigen, muss die MSR 5 von der Zeitarbeitsfirma vorgenommen werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Zeitarbeitsfirma.

  • Sie brauchen bis zum 31.08.2020 und vom 01.10.2020 bis zum 31.03.2021 einschließlich keine Mitteilungen über zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt an das örtlich zuständige Arbeitslosenamt des LfA zu senden.
  •  Ausnahmsweise brauchen Sie Ihren in die zeitweilige Arbeitslosigkeit versetzen Arbeitnehmern für die Monate März bis August 2020 einschließlich und für die Monate Oktober 2020 bis März 2021 einschließlich weder einen Ausdruck der elektronischen Meldung MSR Szenario 5, noch eine monatliche Kontrollkarte C3.2A auszustellen.

    Zeitweilig arbeitslose Arbeitnehmer sind während dieses Zeitraums von der Pflicht befreit, eine Kontrollkarte C3.2A zu führen, und zwar unabhängig davon, welches der Grund der zeitweiligen Arbeitslosigkeit ist (es braucht also auch dann keine Kontrollkarte ausgestellt zu werden, wenn der Arbeitnehmer wegen ungünstiger Witterung in die zeitweilige Arbeitslosigkeit versetzt wird). Dies gilt auch für Arbeitnehmer, die im Bausektor beschäftigt sind.

    Hinweis : Im Regelfall müssen in den Dimona-Meldungen für den Bausektor die Nummern der Kontrollkarten C3.2A-Bausektor für die ersten zwei Monate der Beschäftigung eingetragen werden. Diese Karten werden von Constructiv ausgestellt, bzw. von dem LfA, wenn der Arbeitgeber über keine nicht auf Namen lautenden Karten mehr verfügt. Aufgrund der Wiedereinführung des vereinfachten Verfahrens hat das LfA die Kontrollen in der Dimona-Meldung wieder angepasst, damit die Dimona-Meldungen nicht mehr die Nummern der Karten zu enthalten brauchen.

    Da keine Kontrollkarten ausgestellt werden müssen, brauchen sie auch nicht (im Falle von zeitweiliger Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen) in das Validationsbuch eingetragen zu werden. 

Situation für den Monat September 2020:

  • Waren Sie ein besonders hart getroffenes Unternehmen, oder gehörten Sie zu einem besonders hart getroffenen Sektor?

    Dann konnten Sie dieses vereinfachte Verfahren bei zeitweiliger Arbeitslosigkeit anwenden (siehe das Infoblatt E2 "Coronavirus– Übergangsmaßnahmen”). 

    Bemerkung: Constructiv stellte für den Bausektor ab dem 1. September 2020 den Arbeitnehmern, die im Bausektor beschäftigt sind, wieder Kontrollkarten C3.2A-BAUFACH aus. Im Falle eines neuen Arbeitsantritts mussten die Nummer der Karte des Monats des Arbeitsantritts und die Nummer der Karte des darauffolgenden Monats in die DIMONA-Meldung eingetragen werden (anderenfalls konnte die DIMONA-Meldung nicht gesandt werden). Unterlag der Arbeitgeber der Regelung der hart getroffenen Sektoren und Unternehmen, so brauchte er die Kontrollkarte C3.2A-BAUFACH für den Monat September 2020 dem Arbeitnehmer jedoch nicht abzugeben.

  • Waren Sie kein besonders hart getroffenes Unternehmen und gehörten Sie auch nicht zu einem besonders hart getroffenen Sektor?

    Dann konnten Sie das vereinfachte Verfahren bei zeitweiliger Arbeitslosigkeit nicht mehr anwenden und konnten Sie ab dem 1. September 2020 gegebenenfalls zur zeitweiligen Arbeitslosigkeit wegen Arbeitsmangel aus wirtschaftlichen Gründen greifen (siehe das Infoblatt E2 "Coronavirus - Übergangsmaßnahmen").

    Hinweis: Der Arbeitgeber konnte nur dann noch zur zeitweiligen Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt greifen, wenn der üblichen Definition der höheren Gewalt genügt wurde. Dem ist so, wenn die Erfüllung des Arbeitsvertrages vollkommen unmöglich war, und zwar unabhängig vom Willen des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers, wobei das übliche Verfahren bei höherer Gewalt vorsieht, dass der Arbeitgeber dem LfA eine Mitteilung über höhere Gewalt senden musste und dem LfA die Unterlagen, welche die höhere Gewalt nachweisen (zum Beispiel bei zeitweiliger Arbeitslosigkeit infolge einer Quarantäne, die Quarantänebescheinigung, zukommen lassen musste. 

3.5 Wie muss die MSR Szenario 5 eingereicht werden?

Diese MSR müssen Sie auf dem Portal der sozialen Sicherheit tätigen (www.socialsecurity.be > Unternehmen> Onlinedienste > MSR- Meldung Sozialrisiken> Szenario 5 « Monatliche Meldung Stunden vorübergehende Arbeitslosigkeit oder Aussetzung-Angestellte »), oder per Batch.

Wenn Sie das Portal der sozialen Sicherheit zum aller ersten Mal benutzen, müssen Sie sich zuerst als Nutzer registrieren, bevor Sie die Anwendung verwenden können. Wenn dies der Fall ist, kontaktieren Sie den Dienst ERANOVA unter der Nummer 02.515.51.51 (erreichbar montags bis freitags von 7:00 Uhr bis 20:00 Uhr). ERANOVA wird auch Ihre Fragen zur MSR beantworten können.

Wenn Sie über einen eID-Kartenleser verfügen (eID = Personalausweis mit Chip) und die PIN Ihres eID kennen, oder wenn Sie die Itsme-Anwendung benutzen, kann der Zugriff recht zügig erteilt werden (etwa 10 Minuten). Wenn dies nicht der Fall ist und Sie ein User-ID und ein Passwort benutzen möchten, müssen Sie mit einer Bearbeitungsfrist von etwa 10 Tagen rechnen.

Ausfüllhinweise bezüglich der MSR finden Sie im Infoblatt E24.

3.6 Besteht für die Arbeitnehmer ein Anspruch auf Arbeitslosengeld bei zeitweiliger Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt?

Arbeitnehmer, die wegen höherer Gewalt in die zeitweilige Arbeitslosigkeit versetzt werden, brauchen keine Anwartschaftszeit zu erfüllen. Mit anderen Worten haben Sie sofort Anspruch auf Arbeitslosengeld, ohne zunächst eine bestimmte Anzahl Arbeitstage als Arbeitnehmer (oder gleichgestellte Tage) nachweisen zu müssen.

4. Die zeitweilige Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen

Arbeitgeber durften bis zum 31. August 2020 jede zeitweilige Arbeitslosigkeit, die auf das Coronavirus zurückzuführen war, als zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt melden, und zwar auch dann, wenn an bestimmten Tagen noch gearbeitet werden konnte.

Für den Monat September 2020 konnten Arbeitgeber, die nicht als besonders hart getroffenes Unternehmen anerkannt wurden und auch nicht zu einem besonders hart getroffenen Sektor gehörten, gegebenenfalls zur zeitweiligen Arbeitslosigkeit wegen Arbeitsmangel aus wirtschaftlichen Gründen greifen. Für jene Form von zeitweiliger Arbeitslosigkeit kamen bis zum 31. Dezember 2020 einschließlich jedoch bestimmte Übergangsmaßnahmen zum Tragen (lesen Sie hierzu das Infoblatt E2 "Coronavirus - Übergangsmaßnahmen").

Weitere Informationen zum Verfahren und zu den Formalitäten bei zeitweiliger Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen finden Sie in den nachfolgenden Infoblättern:

Achtung: Wenn Sie ursprünglich eine Mitteilung über zeitweilige Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen (für Arbeiter, für Angestellte oder im Rahmen der Übergangsregelung für Angestellte) geschickt hatten, weil das Unternehmen nicht als besonders hart getroffen anerkannt war oder keinem besonders hart getroffenen Sektor angehörte, können Sie ab dem 01.10.2020 ohne weitere Formalitäten zum System der zeitweiligen Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt übergehen (Begründung "Coronavirus"), und zwar auch dann, wenn bestimmte Arbeitnehmer noch arbeiten können, oder wenn an bestimmten Tagen noch gearbeitet werden kann.​

Achtung: Wenn Sie trotzdem nach wie vor zur zeitweiligen Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen greifen möchten und in der MSR Szenario 5 als Grund der zeitweiligen Arbeitslosigkeit "wirtschaftliche Gründe" angeben (durch die Eingabe des Codes "Art des Tages" 5.1), dann kommen die gewöhnlichen Verfahren weiter zur Anwendung (Mitteilung der voraussichtlichen zeitweiligen Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen, Mitteilung des ersten Tages effektiver Arbeitslosigkeit, obligatorische Arbeitswoche...). Daraus folgt, dass die Übergangsregelung bei zeitweiliger Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen für Arbeiter und Angestellte ebenfalls weiter angewandt werden kann (für Arbeiter besteht beispielsweise die Möglichkeit, für 8 Wochen eine vollständige Aussetzung oder für 18 Wochen Kurzarbeit zu beantragen).

4.1 Besteht für die Arbeitnehmer ein Anspruch auf Arbeitslosengeld bei zeitweiliger Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen?

Um Arbeitslosengeld bei zeitweiliger Arbeitslosigkeit wegen Arbeitsmangel aus wirtschaftlichen Gründen zu beziehen, müssen Arbeitnehmer grundsätzlich Zulassungsbedingungen erfüllen, die den Bedingungen für eine Zulassung zum Arbeitslosengeldanspruch bei Vollarbeitslosigkeit ähneln.

Allerdings brauchen Arbeitnehmer, die in der Zeit vom 01.02.2020 bis zum 31.03.2021 in die zeitweilige Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen versetzt werden, keine Anwartschaftszeit zu erfüllen. Mit anderen Worten haben Sie sofort Anspruch auf Arbeitslosengeld, ohne zunächst eine bestimmte Anzahl Arbeitstage als Arbeitnehmer (oder gleichgestellte Tage) nachweisen zu müssen.

Lehrlinge sind grundsätzlich von der Anwartschaftszeit befreit, und haben sofort Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Nähere Informationen finden Sie im Infoblatt für Arbeitnehmer T2 "Zeitweilige Arbeitslosigkeit - Covid 19 (Coronavirus)".

5. Wie viel beträgt das Arbeitslosengeld bei zeitweiliger Arbeitslosigkeit?

Bei zeitweiliger Arbeitslosigkeit erhalten Arbeitnehmer im Regelfall einen Betrag in Höhe von 65% ihrer (auf monatlich 2.754,76 Euro brutto) nach oben begrenzten durchschnittlichen Entlohnung.  Der Prozentsatz wurde bis zum 31.03.2020 allerdings ausnahmsweise auf 70% angehoben, und zwar ganz gleich welches die Ursache der zeitweiligen Arbeitslosigkeit ist.  

Der Tagesbetrag des Arbeitslosengeldes beläuft sich auf mindestens 55,59 Euro und höchstens 74,17 Euro. Für Lehrlinge wird der Tagesbetrag pauschal festgelegt.

Für einen vollständigen Monat erhält der Arbeitnehmer durchschnittlich 26 tägliche Leistungen.(*)

Arbeitnehmer (Arbeiter oder Angestellte), die im Zeitraum vom 01.03.2020 bis zum 31.03.2021 einschließlich in die zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt (ausgenommen der medizinisch bedingten höheren Gewalt) versetzt wurden, erhalten vonseiten des LfA zusätzlich zum Arbeitslosengeld einen Zuschlag von 5,63 Euro pro Tag. 

Arbeitnehmer, die in die zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt versetzt werden (Grund "Coronavirus"), erhalten zusätzlich zum Arbeitslosengeld für jeden Arbeitslosigkeitstag einen Zuschlag von 5,63 Euro, zu Lasten des LfA. Arbeitnehmer, die in die zeitweilige Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen versetzt werden, erhalten zusätzlich zum Arbeitslosengeld für jeden Arbeitslosigkeitstag einen Zuschlag von mindestens 2 Euro zu Lasten des Arbeitgebers oder eines Fonds für Existenzsicherheit.

Von diesen Beträgen wird ein Berufssteuervorabzug von 26,75% einbehalten. Für das Arbeitslosengeld für die Zeit vom Monat Mai 2020 bis zum Monat Dezember 2020 einschließlich wurde diese Einbehaltung auf 15% gesenkt. 

(*) Beispiele von monatlichen Beträgen bei zeitweiliger Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt aufgrund der Coronavirusepidemie:

Achtung, diese Beträge verstehen sich als Richtwerte, denn in die zeitweilige Arbeitslosigkeit versetzte Arbeitnehmer werden selten für einen vollen Monat entschädigt (sie werden nur für die Tage entschädigt, an denen sie im Laufe des Monats arbeitslos sind, wobei eigentlich die Stunden zeitweiliger Arbeitslosigkeit in Tage umgerechnet werden).

Mindestens: 55,59 € x 26 = 1.445,34 € + 146,38 € (5,63 € x 26) = 1.591,72 € brutto – 15% = 1.352,96 € netto

Höchstens: 74,17 € x 26 = 1.928,42 € + 146,38 € (5,63 € x 26) = 2.074,80 € brutto – 15% = 1.763,58 € netto

Diese Beträge sind für die zeitweilige Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen verschieden (weil der Zuschlag, wie bereits erwähnt, nicht gleich hoch ist).

Näheres zur Berechnungsweise des Arbeitslosengeldes erfahren Sie im Infoblatt für Arbeitnehmer T2 „Zeitweilige Arbeitslosigkeit – Covid 19 (Coronavirus)“.

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