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Landesamt für Arbeitsbeschaffung

Für weitere Informationen kontaktieren Sie Ihren lokalen Arbeitsamt. Die Adressen sind im Telefonbuch oder auf der Website: www.lfa.be

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Welche Auswirkung hat eine künstlerische Tätigkeit auf Ihre Vollarbeitslosigkeit?

Infoblatt

T53

Zuletzt aktualisiert am
01-01-2019

Wie definiert man eine künstlerische Tätigkeit?

Dieses Infoblatt ist für Sie bestimmt, wenn Sie künstlerische Tätigkeiten ausüben.

Künstlerische Tätigkeiten bestehen in der Schaffung oder in der Ausübung bzw. Darstellung von Kunstwerken:

  • in der audiovisuellen oder bildenden Kunst,
  • in der Musik,
  • in der Literatur,
  • in einer Vorstellung,
  • im Theater,
  • in einer Choreographie.

Wenn Sie technische Tätigkeiten in einem dieser Bereiche ausüben, lesen Sie das Infoblatt  "Welche Auswirkung hat eine technische Tätigkeit im Kunstsektor?" Nr. T146, das bei Ihrer Zahlstelle, beim Arbeitslosenamt des LfA oder auf der Website www.lfa.be erhältlich ist.

Sie üben künstlerische Tätigkeiten aus, die der Sozialen Sicherheit der Arbeitnehmer unterworfen sind?

Können Ihre künstlerischen Tätigkeiten als Arbeitnehmer einen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung entstehen lassen und kann eine Sonderregel für Sie gelten?

Um in den Genuss einer Arbeitslosenunterstützung kommen zu können, müssen Sie eine gewisse Anzahl Arbeitstage (eventuell im Rahmen von Zeitarbeit) innerhalb eines bestimmten Referenzzeitraums nachweisen:

  • 312 Tage innerhalb von 21 Monaten, wenn Sie unter 36 Jahren alt sind,
  • 468 Tage innerhalb von 33 Monaten, wenn Sie mindestens 36 Jahre alt und unter 50 Jahren alt sind,
  • 624 Tage innerhalb von 42 Monaten, wenn Sie mindestens 50 Jahre alt sind.

Als Arbeitnehmer, der künstlerische Tätigkeiten ausübt, die nach Stück oder Leistung entlohnt werden, gilt eine vorteilhaftere Bemessungsregel für Sie, was das Erreichen der erforderlichen Anzahl Arbeitstage für die Entstehung des Anspruchs auf Arbeitslosenunterstützung betrifft.

Sie beziehen eine Entlohnung nach Stück oder nach Leistung (Akkordlohn), wenn kein direkter Zusammenhang zwischen Ihrer Entlohnung und der Anzahl Stunden der Arbeitsleistung besteht.

Wenn diese Sonderregel angewandt wird, werden Ihre Entlohnungen nach Stück oder nach Leistung durch 1/26 des Referenzlohns geteilt. Das Ergebnis repräsentiert eine Anzahl Arbeitstage.

Dieser Referenzlohn beträgt 1.593,81 Euro.

Beispiel:  nach einer künstlerischen Tätigkeit als Arbeitnehmer haben Sie einen Leistungslohn von 300 Euro erhalten. Um zu bestimmen, wie viel Arbeitstagen diese Beschäftigung entspricht, wird Ihr Leistungslohn durch 1/26 von 1.593,81 Euro geteilt:

(1.593,81/26) = 61,30

300 / 61,30= 4,89 Arbeitstage

Diese Beschäftigung entspricht also 4,89  Arbeitstagen von den 312 Tagen, die erforderlich sind, um Recht auf Arbeitslosenunterstützung zu haben.

Das Ergebnis der Berechnung wird allerdings auf 156 Tage pro Quartal begrenzt.

Die so berechnete Anzahl Arbeitstage wird um die eventuellen anderen Arbeitstage, die nach den gewöhnlichen Regeln bemessen werden, erhöht.

Das LfA bittet Sie, Nachweise über Ihre künstlerischen Arbeitsleistungen und deren Entlohnungen nach Stück oder nach Leistung einzureichen, um diese vorteilhafte Sonderregel auf Sie anwenden zu können. Ansonsten wird die gewöhnliche Regel auf Sie angewandt.

Sie finden nähere Erklärungen über die Zulassung zur Arbeitslosenversicherung in den Infoblättern über die Zulassungsbedingungen, die bei Ihrer Zahlstelle, beim Arbeitslosenamt des LfA oder auf der Website www.lfa.be erhältlich sind.

Wie müssen Sie Ihre künstlerischen Tätigkeiten als Arbeitnehmer melden?

Bei Ihrem Antrag auf Arbeitslosenunterstützung

Sie müssen Ihre Tätigkeiten zum Zeitpunkt Ihres Unterstützungsantrages melden, oder später, im Moment, wo Sie diese Tätigkeiten zum ersten Mal aufnehmen.

Diese Meldung geschieht mit einem Formular C1-Künstler, das Sie bei Ihrer Zahlstelle einreichen.

Auf Ihrer papiernen oder elektronischen Kontrollkarte 

Auf Ihrer Kontrollkarte müssen Sie die Tage, an denen Sie die nachfolgenden Tätigkeiten ausüben, als Arbeitstage angeben:

  • öffentliche Vorstellungen oder Darbietungen;
  • Anwesenheit auf einer Ausstellung Ihrer Kunstwerke, wenn Sie sich selbst um den Verkauf kümmern, oder wenn Ihre Anwesenheit auf der Grundlage eines Vertrages mit einem Dritten, der Ihre Kunstwerke zum Verkauf anbietet, erfordert wird;
  • Anwesenheit bei der Aufnahme oder Vorstellung von audiovisuellen Werken;
  • Leistungen gegen eine andere Bezahlung als in einem Arbeitsverhältnis;
  • Tätigkeiten, die im Rahmen eines Arbeitsvertrages oder Beschäftigungsvertrages ausgeübt werden.

Die vorgenannten Tage veranlassen keine Zahlung einer Unterstützung.

Sie müssen auf Ihrer Kontrollkarte angeben, dass diese Arbeitsleistungen (nach Stück oder nach Leistung) entlohnt wurden. In diesem Fall müssen Sie ein Formular C3-Künstler für diese Arbeitsleistungen ausfüllen und es bei Ihrer Zahlstelle einreichen. Wenn Sie eine papierne Kontrollkarte benutzen, fügen Sie dieses Formular C3-Künstler Ihrer Kontrollkarte bei.

Auf Ihrer Kontrollkarte geben Sie ebenfalls laut Anweisung die anderen Gründe an, die die Entschädigung verhindern (andere Arbeit, bezahlten Urlaub, Auslandsaufenthalt,)

Für Samstage gilt eine Sonderregel. Die Samstage, die auf eine nichtentschädigbare Woche folgen, oder die Samstage, die zwischen einem nichtentschädigbaren Freitag und einem nichtentschädigbaren Montag liegen, können nicht entschädigt werden. Die Samstage, denen 2 oder 3 Aktivitätstage vorangehen, werden zur Hälfte entschädigt.

Wie wird Ihre Arbeitslosenunterstützung berechnet?

Die Höhe der Arbeitslosenunterstützung hängt von der berücksichtigten Entlohnung, von Ihrer familiären Situation und von Ihrer Berufslaufbahn ab. Außerdem unterliegt die Unterstützung dem Berufssteuervorabzug.

Bei der Berechnung Ihrer Arbeitslosenunterstützung wird im Prinzip die Entlohnung zugrunde gelegt, die Sie während Ihrer letzten Beschäftigung (auch bei Zeitarbeit) von mindestens 4 aufeinanderfolgenden Wochen beim selben Arbeitgeber erhalten haben. Diese Entlohnung wird allerdings nach oben begrenzt.

Als Arbeitnehmer, der künstlerische Tätigkeiten ausübt, die nach Stück oder Leistung entlohnt werden, gilt für Sie in bestimmten Fällen eine besondere Regel zur Bestimmung der Entlohnung, die der Arbeitslosenunterstützung zugrunde gelegt wird.

Die Entlohnung, die der Bemessung Ihrer Arbeitslosenunterstützung zugrunde gelegt wird, wird berechnet durch Addieren der Bruttobeträge aller Akkordlöhne (Entlohnungen nach Stück oder Leistung), die Sie während des Kalenderquartals vor dem Quartal, in dem Sie Arbeitslosenunterstützung beantragen, als Arbeitnehmer erhalten haben.

Das LfA bittet Sie, Nachweise über Ihre künstlerischen Arbeitsleistungen und deren Entlohnungen nach Stück oder nach Leistung einzureichen, um diese Sonderregel auf Sie anwenden zu können.

Wenn Sie näheres über die Höhe Ihrer Unterstützung erfahren möchten, lesen Sie das Infoblatt Nr. T67 "Wie viel beträgt Ihre Unterstützung nach einer Beschäftigung?". Dieses Infoblatt ist erhältlich bei Ihrer Zahlstelle oder beim Arbeitslosenamt des LfA oder kann von der Website www.lfa.be heruntergeladen werden.

Wie wird sich der Betrag Ihrer Unterstützung entwickeln?

Der Betrag Ihrer Unterstützung sinkt im Verhältnis zur Dauer Ihrer Arbeitslosigkeit und Ihrer Berufslaufbahn als Arbeitnehmer schrittweise ab (Degressivität).

Die Degressivität der Arbeitslosenunterstützung besteht darin, die Dauer der Arbeitslosigkeit in verschiedenen Leistungsbezugszeiträumen (Entschädigungsperioden) zu unterteilten, die selbst in Phasen unterteilt sind. Für jede Phase gelten im Prinzip ein Entschädigungsprozentsatz und eine Entgeltobergrenze, die alle beide schrittweise absinken, bis man zur dritten Entschädigungsperiode (d.h. zum Pauschalbetrag) gelangt.

Als Arbeitnehmer, der künstlerische Tätigkeiten ausübt, gilt für Sie ein vorteilhafteres System für die Festlegung der Höhe Ihrer Unterstützung.

Am Ende der ersten 12 Monate Arbeitslosigkeit, genießen Sie den Vorteil einer Beibehaltung des höchsten Entschädigungsprozentsatzes von 60% während 12 Monaten. In dieser Zeit wird also nur die Entgeltobergrenze angepasst werden.

Das LfA bittet Sie, Nachweise über Ihre künstlerischen Arbeitsleistungen einzureichen, um diese vorteilhafte Sonderregel auf Sie anwenden zu können. Ansonsten wird die gewöhnliche Regel auf Sie angewandt.

Wenn Sie nähere Informationen über den Absenkungsverlauf Ihrer Arbeitslosenunterstützung benötigen, lesen Sie das Infoblatt Nr. T67 "Wie viel beträgt Ihre Unterstützung nach einer Beschäftigung?". Dieses ist erhältlich bei Ihrer Zahlstelle oder beim Arbeitslosenamt des LfA oder kann von der Website www.lfa.be heruntergeladen werden.

Bedingung für die Gewährung des Vorteils

Um in den Genuss dieses Vorteils zu kommen, müssen Sie 156 Arbeitstage Arbeitnehmertätigkeit, d.h. als Lohn- oder Gehaltsempfänger, (bei 6 Tagen in der Woche) innerhalb von 18 Monaten nachweisen (Zeitarbeit wird ebenfalls berücksichtigt). Von diesen 156 Arbeitstagen müssen mindestens 104 Tage (bei 6 Tagen in der Woche) in künstlerischen Tätigkeiten bestehen. Dies bedeutet, dass maximal 52 Tage nichtkünstlerischer Tätigkeit (bei 6 Tagen in der Woche) berücksichtigt werden können.

Die Anzahl Tage, an denen Sie eine künstlerische Tätigkeit ausgeübt haben, wird anhand der Sonderregel für die Begründung eines Anspruchs auf Arbeitslosenunterstützung ermittelt werden können (siehe die Rubrik "Können Ihre künstlerischen Tätigkeiten einen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung entstehen lassen und kann eine Sonderregel für Sie gelten?" des vorliegenden Infoblatts).

Bedingung für die Verlängerung des Vorteils

Wenn der Vorteil Ihnen gewährt wurde, kann er für einen weiteren Zeitraum von 12 Monaten verlängert werden, unter der Bedingung, dass Sie 3 künstlerische Arbeitsleistungen innerhalb der letzten 12 Monate nachweisen (Zeitarbeit wird ebenfalls berücksichtigt).

Kann für eine Rückkehr zur ersten Entschädigungsperiode eine vorteilhaftere Regel auf Sie angewandt werden?

Der Vollarbeitslose, der während einer genügenden Anzahl Arbeitstage die Arbeit wieder aufnimmt und anschließend erneut arbeitslos wird, kann wieder eine höhere Unterstützung bekommen. Das nennt man die "Rückkehr zur ersten Entschädigungsperiode".

Als Arbeitnehmer, der künstlerische Tätigkeiten ausübt, ist es für Sie einfacher, zur ersten Entschädigungsperiode zurückzukehren (Beginn einer neuen Entschädigungslaufzeit).

Um in den Genuss dieser besonderen Rückkehr zur ersten Entschädigungsperiode zu kommen, müssen Sie mindestens 156 neue Arbeitstage als Lohn- oder Gehaltsempfänger (bei 6 Tagen in der Woche) innerhalb von 18 Monaten nachweisen (Zeitarbeit wird ebenfalls berücksichtigt). Die Tage, die bereits für eine Zulassung zur Arbeitslosenversicherung berücksichtigt wurden, können nicht ein zweites Mal berücksichtigt werden. Von diesen 156 Arbeitstagen müssen mindestens 104 Tage (bei 6 Tagen in der Woche) in künstlerischen Tätigkeiten bestehen. Dies bedeutet, dass maximal 52 Tage nichtkünstlerischer Tätigkeit (bei 6 Tagen in der Woche) berücksichtigt werden können.

Die Anzahl Tage, an denen Sie künstlerische Tätigkeiten ausgeübt haben, wird anhand der Sonderregel für die Begründung eines Anspruchs auf Arbeitslosenunterstützung ermittelt werden können (siehe die Rubrik "Können Ihre künstlerischen Tätigkeiten einen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung entstehen lassen und kann eine Sonderregel für Sie gelten?" des vorliegenden Infoblatts).

Das LfA bittet Sie, Nachweise über Ihre künstlerischen Arbeitsleistungen einzureichen, um diese vorteilhafte Sonderregel auf Sie anwenden zu können. Ansonsten wird die gewöhnliche Regel auf Sie angewandt.

Wenn Sie nähere Informationen hierzu wünschen, lesen Sie das Infoblatt Nr. T67 "Wie viel beträgt Ihre Unterstützung nach einer Beschäftigung?". Dieses ist erhältlich bei Ihrer Zahlstelle oder beim Arbeitslosenamt des LfA oder kann von der Website www.lfa.be heruntergeladen werden.

Welche Auswirkung haben Ihre künstlerischen Tätigkeiten als Arbeitnehmer auf Ihren Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung?

Wenn Sie in einem Vollzeitvertragsverhältnis oder gleichgestellt stehen

Sie haben während des gesamten Zeitraums, der durch diesen Arbeitsvertrag (oder Beschäftigungsvertrag) abgedeckt ist, keinen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung.

Sie müssen den gesamten Zeitraum auf Ihrer Kontrollkarte angeben.

Dies gilt für alle Arten von Vollzeitbeschäftigung (befristeter Vertrag, Vertrag (sehr) kurzer Dauer, Einstellung für eine Produktion, die eine bestimmte Anzahl Proben und Aufführungen während eines gewissen Zeitraums vorsieht, ).

Wenn Sie während der Zeit der Einstellung für eine Produktion, die eine bestimmte Anzahl Aufführungen und Proben während eines gewissen Zeitraums vorsieht, nur an bestimmten Tagen beschäftigt sind, erkundigen Sie sich bei Ihrer Zahlstelle.

Achtung! Am Ende des Vertrages oder der Einstellung muss der Arbeitgeber Ihnen ein Formular C4 abgeben, auf dem er den gesamten Zeitraum angibt, der durch den Vertrag oder die Einstellung abgedeckt ist.

Wenn Sie in einem Teilzeitvertragsverhältnis stehen

Sie haben die Möglichkeit, zusätzlich zu Ihrer Entlohnung eine Einkommensgarantieunterstützung (Zulage zur Gewährleistung des Einkommens) zu erhalten, wenn Sie zu Beginn der Beschäftigung in Vollzeit entschädigbarer Arbeitsloser sind. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Zahlstelle.

Welche Auswirkung auf Ihren Leistungsbezug haben Ihre Einkommen aus künstlerischen Tätigkeiten als Arbeitnehmer?

Für die Zeiträume, die durch einen Arbeitsvertrag (oder einen Beschäftigungsvertrag) abgedeckt sind, können Sie keine Arbeitslosenunterstützung beziehen.

Diese Zeiträume müssen auf Ihrer Kontrollkarte angegeben werden.

Außerdem, wenn Sie einen Akkordlohn (Stücklohn oder Leistungslohn) erhalten haben, müssen Sie ebenfalls:

  • dies auf Ihrer Kontrollkarte angeben,
  • ein Formular C3-Künstler ausfüllen.

Wenn Sie eine papierne Kontrollkarte benutzen, fügen Sie das Formular C3-Künstler dieser Kontrollkarte bei und geben die Unterlagen gleichzeitig bei Ihrer Zahlstelle ab. Wenn Sie eine elektronische Kontrollkarte benutzen, geben Sie das Formular C3-Künstler bei Ihrer Zahlstelle ab, nachdem Sie die Angaben der elektronischen Kontrollkarte bestätigt haben.

Wenn die künstlerische Arbeitsleistung nämlich im Rahmen eines Arbeitsvertrages erbracht wird und mit einem Akkordlohn bezahlt wird, oder wenn die Entlohnung in Anwendung des Artikels 1bis des Gesetzes vom 27. Juni 1969 der Sozialen Sicherheit unterworfen ist, besteht kein direkter Zusammenhang zwischen der Entlohnung und der Arbeitszeit.

Der als Folge dieser Entlohnung nichtentschädigbare Zeitraum entspricht weder dem tatsächlichen Arbeitszeitraum (in dem eine Unterstützung bezogen wurden), noch dem verwerteten Zeitraum (der normalerweise viel länger ist und durch Teilen der erzielten Entlohnung durch die Referenzentlohnung ermittelt wird), der bei der Berechnung der Arbeitstage im Rahmen der verschiedenen vorteilhaften Regeln oder der Berufslaufbahn zugrunde gelegt wird.

Genauere Regeln ermöglichen es, die Auswirkung auf Ihre monatliche Entschädigung durch die Ermittlung eines nichtentschädigbaren Zeitraums festzulegen.

Die Dauer dieses nichtentschädigbaren Zeitraums wird ermittelt durch Teilen des Akkordlohns (oder der gemäß Artikel 1bis unterworfenen Entlohnung) durch eine Referenzentlohnung von 91,95 Euro.

Die Arbeitstage, die Sie auf Ihrer Kontrollkarte bereits als Arbeitstage angegeben haben, werden vom Ergebnis dieser Berechnung abgezogen.

Das Endergebnis dieser Berechnung ist ein entlohnter Zeitraum, der mit der Arbeitslosenunterstützung nicht kumuliert werden kann. Dieser in der Zukunft liegende Zeitraum darf keine 156 Tage überschreiten.

Beispiel 1: Infolge eines Arbeitsvertrages von 2 Tagen haben Sie eine Gage von 300 Euro erhalten. Auf Ihrer Kontrollkarte haben Sie 2 Arbeitstage geschwärzt.

Gemäß der Umrechnungsregel entspricht diese Gage einem nichtentschädigbaren Kalenderzeitraum, der wie folgt ermittelt wird:

[300 – (2 x 91,95)] / 91,95= 1 Tag

Der nichtentschädigbare Zeitraum beträgt somit 1 Tag.

Beispiel 2: Sie verkaufen ein Gemälde für 2.000 Euro. Sie unterwerfen dieses Einkommen der Sozialen Sicherheit (Artikel 1bis) und schwärzen einen Arbeitstag auf Ihrer Kontrollkarte.

Gemäß der Umrechnungsregel entspricht dieses Einkommen einem nichtentschädigbaren Kalenderzeitraum, der wie folgt ermittelt wird:

[2.000 – (1 x 91,95)] / 91,95= 21 Tage

Der nichtentschädigbare Zeitraum beträgt somit 21 Tage.

Sie üben Ihre selbständigen künstlerischen Tätigkeiten hauptberuflich aus?

Wenn Sie Ihre künstlerischen Tätigkeiten als hauptberuflich Selbständiger ausüben, werden Sie keinen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung haben. So brauchen Sie nicht mehr als Arbeitsuchender eingetragen zu sein und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen.

Sie üben Ihre selbständigen künstlerischen Tätigkeiten nebenberuflich aus?

Wenn Sie Ihre selbständigen künstlerischen Tätigkeiten nebenberuflich ausüben, können Sie diese mit Ihrem Statut als entschädigter Arbeitsloser kombinieren.

Sie dürfen im Laufe der Arbeitslosigkeit künstlerische Tätigkeiten als nebenberuflich Selbständiger aufnehmen.

Sie müssen als Arbeitsuchender eingetragen bleiben und dem Arbeitsmarkt weiter zur Verfügung stehen (außer wenn Sie freigestellt sind).

Wie müssen Sie diese nebenberuflichen selbständigen künstlerischen Tätigkeiten melden?

Zum Zeitpunkt Ihres Unterstützungsantrages

Sie müssen Ihre Tätigkeiten zum Zeitpunkt Ihres Unterstützungsantrages oder später, im Moment, wo Sie diese Tätigkeiten zum ersten Mal beginnen oder Ihre Werke vermarkten, melden.

Diese Meldung erfolgt mittels der Formulare C1 und C1-KÜNSTLER, die Sie bei Ihrer Zahlstelle einreichen.

Auf Ihrer papiernen oder elektronischen Kontrollkarte

Auf Ihrer Kontrollkarte müssen Sie als Arbeitstage, die Tage angeben, an denen Sie eine der nachfolgenden Tätigkeiten ausüben:

  • öffentliche Vorstellungen oder Darbietungen;
  • Anwesenheit bei einer Ausstellung Ihrer Kunstwerke, wenn Sie sich selbst um den Verkauf kümmern oder wenn diese Anwesenheit auf der Grundlage eines Vertrages mit einem Dritten, der Ihre Werke zum Verkauf anbietet, erfordert wird;
  • Anwesenheit bei der Aufnahme oder bei der Vorstellung von audiovisuellen Werken;
  • Leistungen gegen eine andere Bezahlung als in einem Arbeitsverhältnis.

Die vorerwähnten Tage geben keinen Anlass zur Zahlung einer Unterstützung.

Eventuelle Tätigkeiten, die der Sozialen Sicherheit der Arbeitnehmer unterliegen, müssen ebenfalls gemeldet werden (siehe die Rubrik "Welche Auswirkung haben Ihre künstlerischen Tätigkeiten als Arbeitnehmer auf Ihren Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung?" des vorliegenden Infoblatts).

Sie geben auf Ihrer Kontrollkarte auch die anderen Gründe, die die Entschädigung verhindern (andere Arbeit, Krankheit, bezahlte Urlaubstage, Aufenthalt im Ausland...) laut Anweisung an.

Für die Samstage gilt eine besondere Regel. Die Samstage, die auf eine nichtentschädigbare Woche folgen, oder die Samstage, die zwischen einem nichtentschädigbaren Freitag und einem nichtentschädigbaren Montag liegen, sind nicht entschädigbar. Die Samstage, denen 2 oder 3 Aktivitätstage vorangehen, werden zur Hälfte entschädigt.

Wenn Ihre Nebentätigkeit die Eigenschaften einer Haupttätigkeit bekommt (hinsichtlich, u.a., der Anzahl Stunden, die Sie dieser Tätigkeit widmen und der Einkünfte, die sie Ihnen verschafft), kann Ihr Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung wegfallen. In diesem Fall werden Sie zuvor in das Arbeitslosenamt vorgeladen, wo Sie die Möglichkeit haben werden, Ihre Argumente vorzubringen.

Die Einkünfte aus Ihren künstlerischen Tätigkeiten können eine Verringerung des Betrages der Unterstützung veranlassen (siehe den Abschnitt bezüglich der Einkommenserklärung und der Berechnung der Unterstützung).

Wenn Sie Geschäftsführer einer Gesellschaft oder einer VoG sind, beziehen Sie sich auf den diesbezüglichen Punkt.

Wenn Sie ebenfalls Leistungen im Rahmen eines Arbeitsvertrages oder eines Statuts erbringen, beziehen Sie sich auf den diesbezüglichen Punkt.

Welche Auswirkung haben die Einkünfte aus Ihrer künstlerischen selbständigen Tätigkeit auf die Höhe Ihrer Arbeitslosenunterstützung?

Die Einkünfte, die Ihnen Ihre künstlerischen Tätigkeiten (ausgenommen als Arbeitnehmer oder statutarischer Bediensteter) verschaffen, können den Betrag Ihrer Arbeitslosenunterstützung beeinflussen, selbst wenn Sie diese Tätigkeit eingestellt haben. Diese Einkünfte müssen Sie also auf dem Formular C1 KÜNSTLER angeben. Diese Einkünfte sind jedoch ohne Nachwirkung (eine Meldung ist also nicht erforderlich), wenn Sie Ihre künstlerischen Tätigkeiten vor Ihrer ersten Arbeitslosigkeitszeit oder seit mindestens zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren endgültig beendet haben.

Beispiel: Im Falle einer Einstellung der künstlerischen Tätigkeiten ab dem 1. Dezember 2013, werden in 2014 und 2015 die Einkünfte, die Sie dann für frühere Tätigkeiten erhalten werden, noch berücksichtigt.

Ab 2016 werden etwaige Einkünfte nicht mehr in Betracht gezogen.

Wenn der jährliche steuerbare Nettobetrag dieser Einkünfte nicht 4.446,00 Euro übersteigt (indexierter Betrag), bleibt der Betrag Ihrer Unterstützung unverändert.

Wenn der steuerbare Nettojahresbetrag dieser Einkommen den vorgenannten Jahresbetrag übersteigt, die Höhe Ihrer Leistung wird reduziert. Bei einer Ausübung der Tätigkeit während des ganzen Kalenderjahres, wird Ihre Leistung um 1/312 des überschüssigen Betrages reduziert.

Im Formular C1 KÜNSTLER, werden Sie darum gebeten, den annähernden jährlichen steuerbaren Nettobetrag der Einkünfte aus Ihren künstlerischen Tätigkeiten (ausgenommen als Lohn- oder Gehaltsempfänger oder statutarisch Beschäftigter) zu berechnen, sodass das Arbeitslosenamt den Betrag der (eventuell reduzierten) Unterstützung, auf den Sie Recht haben, festsetzen kann.

Wenn Sie mehr Einkünfte als vorgesehen erzielen, können Sie eine Änderungserklärung abgeben. Das LfA wird Ihre Unterstützung dann sofort anpassen; so wird vermieden, dass Sie später bedeutende Summen zurückerstatten müssen.

Das LfA wird jährlich eine endgültige Berechnung vornehmen. Dieser Berechnung wird es die steuerpflichtigen Nettoeinkünfte (andere als die, für welche LSS-Beiträge entrichtet wurden) zugunde legen, die es beim FÖD Finanzen abfragen kann. Es ist unter Umständen möglich, dass das LfA Sie durch Vermittlung Ihrer Zahlstelle darum bittet, trotzdem weitere Informationen oder Belege über die Einkünfte aus Ihrer künstlerischen Tätigkeit einzureichen.

Möglicherweise erhalten Sie dann Nachzahlungen. Es kann auch sein, dass Sie einen Teil der bezogenen Unterstützung zurückerstatten müssen.

Wichtiger Hinweis: Ihre Einkommen aus Ihrer selbständigen Tätigkeit müssen nicht auf einem Formular C3-Künstler angegeben werden. Dieses Formular ist allein für Entlohnungen bestimmt, die dem LSS unterliegen.

Sie sind Verwalter einer Handelsgesellschaft oder einer VoG, die künstlerische Tätigkeiten verwaltet?

Wenn Sie Bevollmächtigter (Geschäftsführer, Verwalter,...) einer Handelsgesellschaft sind, haben Sie im Prinzip kein Anrecht auf Arbeitslosenunterstützung.

Wenn Sie Bevollmächtigter (Geschäftsführer, Verwalter,...) einer Handelsgesellschaft sind, die künstlerische Tätigkeiten verwaltet, müssen Sie dies auf dem Formular C1 KÜNSTLER angeben.

Wenn Ihre Tätigkeit als Verwalter geringfügig ist und sich auf die administrative Bewirtschaftung Ihrer eigenen künstlerischen Tätigkeiten beschränkt, behalten Sie jedoch Ihren Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung. Ihre etwaigen Einkünfte aus Ihrem Mandat als Verwalter können jedoch eine Auswirkung auf die Höhe Ihrer Unterstützung haben (siehe den Abschnitt über die Einkommenserklärung und die Berechnung der Unterstützung).

Falls Ihre Tätigkeit als Verwalter nicht geringfügig ist (z.B. Sie sind Verwalter einer Gesellschaft, die sich um die Interessen einer professionellen Kunstgesellschaft kümmert), verlieren Sie Ihren Anspruch auf Unterstützung. In diesem Fall werden Sie zuvor in das Arbeitslosenamt vorgeladen, wo Sie die Möglichkeit haben werden, Ihre Argumente vorzubringen.

Sie üben Ihre künstlerischen Tätigkeiten als Hobby aus?

Künstlerische Tätigkeiten werden als Hobby angesehen, solange Sie diese ohne jegliche Kommerzialisierung ausüben.

Als entschädigter Arbeitsloser dürfen Sie Ihr Hobby ausüben, wann immer Sie möchten (während des Tages und am Abend, während der Woche und am Wochenende) und Sie brauchen es nicht zu melden. Sie dürfen also ein Buch schreiben, ein Gemälde malen, in einer Theatertruppe von Amateuren spielen, an einer Ausstellung ohne Erwerbszweck oder an Unterrichten teilnehmen...

Wenn Sie im Nachhinein Ihre Kunstwerke wohl vermarkten möchten "Sie möchten Ihr Buch veröffentlichen oder Ihre Gemälde in einer Galerie zum Verkauf anbieten" ist dies durchaus möglich. In einem solchen Fall beziehen Sie sich auf die Abschnitte hier unten, die Sie betreffen.

Sie üben Ihre künstlerischen Tätigkeiten gegen Zahlung einer "kleinen Vergütung" aus?

Die Regelung der „kleinen Vergütung“ kann angewendet werden, wenn Sie gegen die Ausübung von künstlerischen Tätigkeiten oder das Schaffen von Kunstwerken, nur eine Vergütung von höchstens 128,93 Euro (mit einem Höchstbetrag von 2.578,51 Euro pro Kalenderjahr) (Beträge für 2019) erhalten. Näheres über diese Regelung erfahren Sie auf der Portalsite der Sozialen Sicherheit (www.socialsecurity.be).

Wenn diese Regelung angewendet wird, brauchen keine Sozialsicherheitsbeiträge entrichtet zu werden und die künstlerischen Leistungen müssen dem LSS nicht gemeldet werden.

Was die Arbeitslosenversicherung betrifft, werden diese Leistungen jedoch als eine Arbeit betrachtet. Demzufolge müssen Sie die Tage, für die Sie eine solche "kleine Vergütung" erhalten, auf Ihrer Kontrollkarte als Arbeitstage angeben. Für diese Tage wird Ihnen keine Arbeitslosenunterstützung bewilligt. Diese kleinen Vergütungen müssen allerdings weder auf dem Formular C1-Künstler, noch zum Zeitpunkt der jährlichen Meldung der Einkünfte mitgeteilt werden (siehe den Punkt über die Einkommenserklärung und die Bemessung der Arbeitslosenunterstützung).

Wenn Sie eine "kleine Vergütung" für Leistungen im Rahmen von ehrenamtlichen Tätigkeiten, die als solche vom Arbeitslosenamt erlaubt worden sind, erhalten (z.B.: Sie nehmen an kulturellen Aktivitäten für ärmere Leute teil), brauchen Sie diese Tätigkeiten auf Ihrer Kontrollkarte nicht anzugeben und Sie behalten Ihre Arbeitslosenunterstützung. Für nähere Auskünfte lesen Sie das Infoblatt "Dürfen Sie ehrenamtlich arbeiten für eine Privatperson oder eine Organisation?" Nr. T42. Dieses ist beim Arbeitslosenamt des LfA erhältlich oder kann von der Website www.lfa.be heruntergeladen werden.

Die Verpflichtung, dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen

Es muss nachdrücklich darauf hingewiesen werden, dass Ihr Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung von Ihrer Verfügbarkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt abhängig ist.

Für die Kontrolle Ihrer Verfügbarkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt sind nunmehr die regionalen Arbeitsverwaltungen zuständig (Arbeitsamt der DG, Actiris, Forem, VDAB).

Wünschen Sie weitere Informationen?

Näheres erfahren Sie bei Ihrer Zahlstelle oder beim Arbeitslosenamt des LfA. Dort können Sie Infoblätter erhalten, in denen die verschiedenen Aspekte der Arbeitslosenversicherung erklärt sind.

Informationen finden sie auch auf dem Formular C1-Künstler, das auf der Website des LfA erhältlich ist.

Zum Thema 'soziales Statut der Künstler' finden Sie Auskünfte auf der Website des LISVS (www.rsvz-inasti.fgov.be/de/selfemployed/artist.htm).

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