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Zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt infolge der CORONAVIRUS COVID-19-Epidemie – Verlängerung des vereinfachten Verfahrens bis zum 30.09.2021

10-06-2021

[Update 10.06.2021] 

Die Föderale Regierung hat beschlossen, das vereinfachte Verfahren bei zeitweiliger Arbeitslosigkeit bis zum30.09.2021 einschließlich zu verlängern.

Jegliche zeitweilige Arbeitslosigkeit, die auf das Coronavirus zurückzuführen ist, kann mithin bis zum 30.09.2021 weiter als zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen coronabedingter höherer Gewalt angesehen werden.

Es kann sich also handeln:

  • um eine vollkommene Aussetzung der Erfüllung des Arbeitsvertrages (z.B. infolge einer auferlegten Schließung)
  • um eine teilweise Aussetzung der Erfüllung des Arbeitsvertrages, worunter zu verstehen ist, dass der Arbeitnehmer an bestimmten Tagen der Woche weiter arbeiten darf.

In dem Sinne wird von der engen Definition der höheren Gewalt abgewichen.

Welche Formalitäten muss der Arbeitgeber erledigen?

  • Der Arbeitgeber braucht nur eine MSR Szenario 5 einzureichen. Bei der MSR Szenario 5 handelt es sich um die elektronische Meldung eines Sozialrisikos, anhand welcher der Arbeitgeber die Anzahl Tage zeitweiliger Arbeitslosigkeit des Arbeitnehmers mitteilt.
    • Diese MSR 5 muss der Arbeitnehmer jeden Monat vornehmen, während dessen es zeitweilige Arbeitslosigkeit gegeben hat. Der Arbeitgeber braucht hierfür nicht bis zum Ende des Monats zu warten.  Vielmehr kann er diese Formalität im Laufe des Monats erledigen, und zwar sobald alle Angaben für die Zeit bis zum Ende des Monats bekannt sind.
    • Der Arbeitgeber wählt die Art der zeitweiligen Arbeitslosigkeit "höhere Gewalt" aus. Als Grund der zeitweiligen Arbeitslosigkeit trägt er "Coronavirus" ein, und als Code "Art des Tages" gibt er 5.4 ein. Dies kommt einer obligatorischen Mitteilung gleich (siehe den folgenden Punkt).

Diese Meldung ersetzt ebenfalls die MSR Szenario 2, wenn der Arbeitnehmer einen Arbeitslosengeldantrag stellen muss.

  • Arbeitgeber brauchen dem örtlich zuständigen Arbeitslosenamt des LfA keine Mitteilung über zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt mehr zu senden.

Dies gilt jedoch beispielsweise nicht für zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen ungünstiger Witterung. In dem Fall müssen die Mitteilungen über den ersten Tag zeitweiliger Arbeitslosigkeit wegen ungünstiger Witterung dem LfA sehr wohl weiter gesandt werden.

Achtung: Wenn der Arbeitgeber nach wie vor zur zeitweiligen Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen greifen möchte und in der MSR Szenario 5 als Grund der zeitweiligen Arbeitslosigkeit "wirtschaftliche Gründe" angibt (durch die Eingabe des Codes "Art des Tages" 5.1), dann kommen die gewöhnlichen Verfahren weiter zur Anwendung (Mitteilung der voraussichtlichen zeitweiligen Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen, Mitteilung des ersten Tages effektiver Arbeitslosigkeit, obligatorische Arbeitswoche...).

  • Der Arbeitgeber braucht bis zum 30.09.2021 seinen zeitweilig arbeitslos gemeldeten Arbeitnehmern keine Kontrollkarte C3.2A mehr auszustellen, und zwar unabhängig vom Grund der zeitweiligen Arbeitslosigkeit (im Falle von ungünstiger Witterung braucht zum Beispiel auch keine Kontrollkarte mehr ausgestellt zu werden).

Welche Formalitäten muss der Arbeitgeber erledigen?

  • Wenn der Arbeitnehmer noch einen Arbeitslosengeldantrag stellen muss, kann dies bis zum 30.09.2021 einschließlich anhand des vereinfachten Formulars C3.2 –  ARBEITNEHMER – CORONA und der MSR Szenario 5 geschehen. 
  • Der Arbeitnehmer braucht nicht im Besitz einer Kontrollkarte C3.2A zu sein. Dies gilt auch für Arbeiter des Bausektors.

Besondere Gründe der zeitweiligen Arbeitslosigkeit wegen coronabedingter höherer Gewalt:

Die nachfolgenden Arbeitnehmer können ebenfalls bis zum 30.09.2021 in die zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen coronabedingter höherer Gewalt versetzt werden:

  • Arbeitnehmer, die nicht krank sind aber aufgrund einer Quarantäne zuhause bleiben müssen;
  • Arbeitnehmer, die der Arbeit fern bleiben müssen, um die Betreuung eines Kindes wahrzunehmen, weil dessen Kinderkrippe, Schule oder Tagesstätte für Personen mit Beeinträchtigung aufgrund einer Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus schließen musste;
  • Arbeitnehmer, die wegen der Betreuung eines Kindes nicht arbeiten können, weil das Kind sich in Quarantäne befindet.

Weitere Informationen finden Sie in der Mitteilung "Zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt aufgrund der Schließung einer Kinderkrippe, einer Schule oder einer Tagesstätte für Personen mit Beeinträchtigung" auf der Website des LfA.

Arbeitslosengeld: Anspruch und Betrag

Arbeitnehmer, die in die zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt versetzt werden, erhalten grundsätzlich Arbeitslosengeld, auch wenn sie die gewöhnlichen Anspruchsvoraussetzungen nicht erfüllen. Bis zum 30.09.2021 ist dies auch der Fall für Arbeitnehmer, die in die zeitweilige Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen versetzt werden.

Vom 01.02.2020 bis zum 30.09.2021 erhält der Arbeitnehmer Arbeitslosengeld in Höhe von 70%  seiner nach oben (auf 2.754,76 EUR monatlich) begrenzten durchschnittlichen Entlohnung, und zwar unabhängig von der Art der zeitweiligen Arbeitslosigkeit.

Vom 01.03.2020 bis zum 30.09.2021 erhalten alle Arbeitnehmer (Arbeiter oder Angestellte), die in die zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt versetzt werden (Grund "Coronavirus"), zusätzlich zum Arbeitslosengeld einen Zuschlag von 5,63 Euro pro Tag, zu Lasten des LfA.

Vom Arbeitslosengeld für die Zeit bis Ende September 2021wird ein abweichender verringerter Berufssteuervorabzug von 15% einbehalten.

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